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Gemeinwohlorientiertes Unternehmertum 2026: Mehr Sichtbarkeit, neue Chancen aber weiterhin strukturelle Hürden

18. August 2026 · Von karlsruhe

Gemeinwohlorientiertes Unternehmertum entwickelt sich in Baden-Württemberg weiter. Immer mehr Unternehmen verbinden wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlicher Wirkung und leisten einen Beitrag zu einer nachhaltigen und resilienten Wirtschaft. Gleichzeitig zeigt sich: Zwischen wachsender gesellschaftlicher Relevanz und den bestehenden Rahmenbedingungen besteht weiterhin eine deutliche Lücke.

Mit unserem Whitepaper 2026 geben wir zum zweiten Mal Einblicke in den aktuellen Stand von Gemeinwohlorientiertem Unternehmertum in Baden-Württemberg. Die Ergebnisse zeigen, wie sich dessen Sichtbarkeit auf landesebene verändert hat, wo weiterhin Herausforderungen bestehen und welche Handlungsfelder sich für Politik, Wirtschaft und Unterstützungsakteur:innen ableiten.

Von Karlsruhe nach Baden-Württemberg

Während sich die erste Erhebung 2025 vor allem auf die Großregion Karlsruhe konzentrierte, wurde die Befragung 2026 weiter auf Baden-Württemberg ausgeweitet. Insgesamt 154 Personen nahmen an der dreimonatigen Umfrage teil – darunter Gemeinwohlorientierte Unternehmen (GUs), Unterstützungsorganisationen, Gründungs- und Unternehmensberater:innen sowie Konsument:innen. Ergänzt wurden die Ergebnisse durch eine Fokusgruppe mit relevanten Unterstützungsakteur:innen.

Unser Ziel bleibt unverändert: Die Analyse künftig jährlich durchzuführen und so Entwicklungen sichtbar zu machen sowie eine belastbare Datengrundlage für Politik, Wirtschaft und Unterstützungsakteur:innen zu schaffen.

Etwas mehr Sichtbarkeit aber noch viel Potenzial

Gemeinwohlorientierte Unternehmen werden zunehmend wahrgenommen. Gleichzeitig sind sich rund zwei Drittel der Befragten einig, dass GUs noch immer nicht die öffentliche Aufmerksamkeit erhalten, die ihrer gesellschaftlichen Bedeutung entspricht.

Auffällig ist zudem, dass viele Gemeinwohlorientierte Unternehmen ihre Gemeinwohlorientierung bewusst zurückhaltend kommunizieren. Die Sorge, als „zu ökologisch“, „zu alternativ“ oder „zu teuer“ wahrgenommen zu werden, besteht weiterhin – obwohl nachhaltige und transparente Angebote für viele Konsument:innen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Mehr Angebote aber nicht überall

Auch die Unterstützungslandschaft entwickelt sich weiter. Fast jedes zweite befragte GU kennt inzwischen passende Beratungs- oder Förderangebote, das sind deutlich mehr als noch im Vorjahr.

Dennoch bestehen regionale Unterschiede. Während Unternehmen in gut vernetzten Regionen häufiger passende Angebote kennen, bleibt der Zugang in anderen Teilen Baden-Württembergs deutlich schwieriger. Besonders gefragt sind individuelle Unterstützungsformate wie Mentoring, praxisnahe Beratung und gemeinschaftliche Arbeitsformate.

Herausforderungen in den Rahmenbedingungen

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Es fehlt GUs nicht an Motivation oder Ideen. Herausforderungen entstehen vor allem durch die bestehenden Rahmenbedingungen.

Besonders häufig genannt werden fehlende Anschlussfinanzierungen, bürokratische Anforderungen und Unterstützungsangebote, die häufig auf klassische oder technologieorientierte Start-ups ausgerichtet sind. Gemeinwohlorientierte Geschäftsmodelle benötigen dagegen oft andere Finanzierungslogiken, längere Entwicklungszeiträume und passgenaue Begleitung.

Politischer Rückenwind mit unterschiedlichen Signalen

Auch politisch bewegt sich das Thema. Der Koalitionsvertrag Baden-Württemberg 2026–2031 erkennt GUs und Sozialunternehmen erstmals ausdrücklich als Partner der Daseinsvorsorge an. Damit eröffnet sich die Chance, diese Unternehmen künftig stärker in Landesstrategien und Förderstrukturen zu verankern.

Auf Bundesebene zeigt sich dagegen ein differenziertes Bild. Die neue Startup- und Scale-up-Strategie der Bundesregierung verbessert mit Maßnahmen zu Bürokratieabbau, Finanzierung und Innovation grundsätzlich die Rahmenbedingungen für Gründungen. Gleichzeitig stehen technologie- und wachstumsorientierte Unternehmen im Mittelpunkt. Gemeinwohlorientierung und soziale Innovation werden nicht explizit aufgegriffen. Dadurch besteht das Risiko, dass Gemeinwohlorientierte Geschäftsmodelle trotz ihres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beitrags im innovationspolitischen Diskurs weniger Beachtung finden.

Whitepaper 2026 kostenlos herunterladen

Das Whitepaper 2026 bietet einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand von GUs in Baden-Württemberg. Es enthält die vollständigen Ergebnisse der Befragung, Vergleiche zur ersten Erhebung 2025 sowie konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Unterstützungsakteur:innen und Politik.

Hier könnt ihr das Whitepaper 2026 kostenlos herunterladen:
Whitepaper 2026

Wir freuen uns außerdem über Feedback, Anregungen und den Austausch mit allen, die Gemeinwohlorientiertes Unternehmertum in Baden-Württemberg gemeinsam weiter voranbringen möchten.

Geschrieben von karlsruhe

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