Uncategorized

Gemeinwohlorientiertes Unternehmertum in Karlsruhe und Baden-Württemberg 2025

18. May 2026 · Von karlsruhe

Gemeinwohlorientiertes Unternehmertum (GU) ist in der Großregion Karlsruhe und Baden-Württemberg bereits da — aber noch zu wenig sichtbar, zu wenig bekannt und in vielen Strukturen noch nicht ausreichend verankert. Mit unserem Whitepaper 2025 geben wir einen fundierten Einblick in den aktuellen Stand, zentrale Herausforderungen und Perspektiven für eine Wirtschaftsweise, die sozial, ökologisch und ökonomisch zukunftsfähig zugleich ist.

Warum wir hinschauen

In einer zweimonatigen Umfrage haben wir 127 Personen befragt, ergänzt durch vier Fokusgruppen mit insgesamt 16 Teilnehmenden. Die Rückmeldungen kamen aus drei Zielgruppen: gemeinwohlorientierte Unternehmer:innen, unterstützende Akteur:innen aus Beratung, Wirtschaftsförderung und Netzwerken sowie Konsument:innen. Der größte Teil der Antworten stammt aus der Großregion Karlsruhe, was für uns ein wichtiger Ausgangspunkt ist, um im nächsten Schritt auf die bundesweite Lage zu schließen.

Genau deshalb verstehen wir diese Analyse als jährlichen Lern- und Entwicklungsprozess. Wir wollen sie künftig weiter im Bundesland ausweiten, damit ein möglichst repräsentatives und vergleichbares Bild entsteht. So können Entwicklungen sichtbar werden, statt nur Momentaufnahmen zu liefern.

Was die Daten zeigen

Ein zentrales Ergebnis: Gemeinwohlorientiertes Unternehmertum ist in der breiten Öffentlichkeit noch wenig präsent. Drei von zehn Befragten gaben an, noch nie von Unternehmen mit Gemeinwohlfokus gehört zu haben; sieben von zehn erleben entsprechende Konzepte in ihrer Region als kaum oder gar nicht sichtbar. Gleichzeitig kennen 75% der befragten Unternehmen und 67% der unterstützenden Akteur:innen den Begriff bereits und hatten Berührungspunkte mit entsprechenden Geschäftsmodellen.

Auch die Begriffsfrage ist spannend: Vier von zehn Befragten bevorzugen „Gemeinwohlorientiertes Unternehmertum“ gegenüber Alternativen wie „Social Entrepreneurship“ oder „zukunftsfähiges Unternehmertum“. Das zeigt uns: Es gibt bereits ein begriffliches Profil, das als ganzheitlich und anschlussfähig wahrgenommen wird.

Was Unternehmen brauchen

Viele der befragten Unternehmen vermissen bei ihrer Gründung passende Unterstützungsangebote. Gleichzeitig zeigt sich, dass praktische Begleitung besonders gefragt ist — etwa bei Marketing, Design, Finanzplanung und Teamentwicklung. 44% der Befragten gaben an, bei ihrer Gründung keine oder unzureichende Begleitung bei der Umsetzung erhalten zu haben.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Finanzierung: Sieben von zehn gründungsunterstützenden Akteur:innen sehen den schwierigen Zugang zu Anschlussfinanzierung als zentrales Hindernis. Das macht deutlich, dass es nicht nur um gute Ideen geht, sondern um die Frage, wie gemeinwohlorientierte Modelle wirtschaftlich stabil wachsen können.

Kaufverhalten und Wirkung

Auch auf der Konsument:innen-Seite sehen wir noch viel ungenutztes Potenzial. Vier von zehn Befragten kaufen bei gemeinwohlorientierten Unternehmen gar nicht oder nur wenige Male im Jahr ein; nur 5% tun dies häufiger als einmal pro Woche. Gleichzeitig achten Konsument:innen besonders auf Lieferketten, faire Arbeitsbedingungen, Qualität und Transparenz.

Das heißt für uns: Gemeinwohlorientierte Angebote können überzeugen, wenn sie verständlich, sichtbar und gut zugänglich sind. 62% wünschen sich zum Beispiel transparente Informationen über Lieferketten. Wer Wirkung glaubwürdig zeigt, schafft Vertrauen — und genau daran entscheidet sich oft die Kaufentscheidung.

Wirkung messbar machen

Wirkung ist für viele gemeinwohlorientierte Unternehmen ein zentrales Thema, wird aber bislang noch selten systematisch gemessen. Nur 14% der befragten Unternehmen erfassen ihre Wirkung kontinuierlich anhand fester Kriterien. Als Gründe nennen sie vor allem Aufwand, fehlendes Wissen, begrenzte Ressourcen und die Schwierigkeit, Wirkung eindeutig messbar zu machen.

Für uns ist klar: Wer den eigenen gesellschaftlichen und ökologischen Beitrag sichtbar machen will, braucht niederschwellige Werkzeuge und praxisnahe Begleitung. Wirkungsmessung ist kein Selbstzweck, sondern eine Grundlage für Weiterentwicklung, Kommunikation und Glaubwürdigkeit.

Unser Fazit

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die Nachfrage nach gemeinwohlorientierten Unternehmensformen wächst — bei Gründer:innen, Konsument:innen und auch auf dem Arbeitsmarkt. Gleichzeitig fehlen vielerorts noch die passenden Rahmenbedingungen, um zukunftsfähige Geschäftsmodelle in Gründung, Wachstum und Wirkung systematisch zu stärken.

Deshalb setzen wir unsere Analyse jährlich fort und möchten sie schrittweise im ganzen Bundesland ausweiten, um ein möglichst repräsentatives und vergleichbares Bild abzubilden. So schaffen wir eine belastbare Grundlage für politische Impulse und Handlungsempfehlungen, gezielte Förderung und eine stärkere gesellschaftliche Anerkennung gemeinwohlorientierten Wirtschaftens.

Whitepaper herunterladen

Das Whitepaper 2025 mit allen Ergebnissen, Handlungsempfehlungen und Hintergrundinfos könnt ihr hier herunterladen: Whitepaper 2025 downloaden.

Geschrieben von karlsruhe

Impact in your inbox!

Sign up for our free global membership perks, incredible opportunities and monthly inspiring updates!

Impact in your inbox!

Sign up for our free global membership perks, incredible opportunities and monthly inspiring updates!